Achtsamkeitsfokussierte Stressregulation© (AFSR©) 2019-10-04T23:12:21+00:00

Achtsamkeitsfokussierte Stressregulation© (AFSR©)

Fortbildung für Klinische- und GesundheitspsychologInnen, PsychotherapeutInnen und Lebens- und SozialberaterInnen

Ich muss nicht wissen, was war – der Körper erinnert sich und kann es lösen, wenn der Raum dafür geschaffen wird.

Die Achtsamkeitsfokussierte Stressregulation© beruht vor allem – wie die meisten modernen Ansätze in der Psychotherapie – auf dem großen Selbstregulationspotential des menschlichen Körper-Psyche-Geist-Organismus. Dieses Potential wurde u.a. durch die neuesten Erkenntnisse der Neurobiologie, Gehirnforschung und Psychotherapieforschung entdeckt und wissenschaftlich untermauert.

Demnach entstehen Probleme meistens, wenn diese Selbstregulationsfunktionen behindert und blockiert sind. Dies geschieht z.B. durch

  • Traumatisierungen (Schocktrauma; Entwicklungstrauma in der Kindheit)
  • Massive Überforderung
  • Vernachlässigung, Misshandlung, Missbrauch
  • Mangel an Ressourcen, Unterstützung, Förderung für den kindlichen Entwicklungsprozess
  • Mangel an Ressourcen im Erwachsenenalter, um Traumatisierungen verarbeiten und integrieren zu können

Durch eine verfeinerte innere Wahrnehmung (Achtsamkeit), die nicht direktiv, wertend und eingreifend ist, wird ein mitfühlendes Verständnis für die erlittenen Verletzungen möglich. Ein ressourcenorientierter Blick kontaktiert vorhandene Stärken/Kräfte/Fähigkeiten und unterstützt die Entwicklung neuer Ressourcen.

Die Methoden und Techniken der Achtsamkeitsfokussierten Stressregulation:

  • Erforschung der blockierten Traumadynamik (Fight-Flight-Freezereaktion) und deren Auswirkungen auf alle Ebenen des Erlebens der Klientin/des Klienten
  • Durch dieses achtsame Erforschen entsteht der Raum, in dem das Selbstregulationspotential wieder aktiviert wird und wirken kann.
  • Arbeit auf der Ebene des Zentralnervensystems durch bilaterale Musik und Fokussierung der Augen auf einen Punkt.
  • Arbeit mit Egostates (traumatisierte Ich-Anteile, Überlebens-Ich-Anteile, Opfer/Täter-Introjekte, Pseudohelfer usw.)
  • Integration abgespaltener oder überaktivierter Emotionen
  • Arbeit mit unbewussten einschränkenden oder hinderlichen Überzeugungen und Glaubenssätzen
  • Arbeit mit körperlichen Symptomen
  • Eine spezielle Form der „inneren Kind Arbeit“

Wichtig in diesem Zusammenhang ist, dass KlientIn und TherapeutIn nicht wissen müssen, was das ursprünglich auslösende (traumatisierende, verletzende) Ereignis war, um die Folgen und Symptome auflösen zu können. Der Körper erinnert sich, im Körper ist alles gespeichert, und über den Körper kann es sich lösen, wenn der Raum dafür geschaffen wird.

Ziel der Fortbildung ist es, allen Berufsgruppen, die therapeutisch und beratend mit Menschen arbeiten, eine innere Haltung nahe zu bringen, die einen weiten, nicht wertenden und achtsamen Raum schafft, um so unsere KlientInnen zu unterstützen ihre

Anliegen in ihrem Tempo, in Achtsamkeit mit sich selbst und der Aktivierung der eigenen Selbstregulation zu lösen.

Modul 1 – Einführung in die Achtsamkeit

  • Achtsamkeit ist eine besondere Form der Selbstwahrnehmung, eine einfache und universelle Fähigkeit des Menschen, die allerdings in unserer Kultur nicht genutzt wird.
  • Sie birgt ein Potential, unsere therapeutischen und beraterischen Kompetenzen und Qualitäten wie Aufmerksamkeit, Mitgefühl, Selbstfürsorge und Präsenz zu entwickeln und zu kultivieren.
  • Sie eröffnet für unsere Arbeitsfelder ein optimales Gegenwärtigsein, in dem wir lernen, uns auf ungewohnt sanfte, freundliche und nicht-wertende Weise auf unsere Erfahrung zu beziehen, um damit heilsame Prozesse zu initiieren und zu ermöglichen.
  • Wir lernen mit ihr, uns zusehends im Seins-Modus niederzulassen, womit ein Raum entsteht, in dem sich die selbstregulativen und selbstorganisierenden Fähigkeiten unserer Klienten und Klientinnen entfalten können.

Modul 2 – Stress oder Trauma? Basiswissen

  • Differenzierung zwischen Stress und Trauma sowie eine Vermittlung von fundiertem Wissen über traumatische und stressbezogene Erlebnisse und deren Auswirkungen auf den Körper (neurobiologischer, immunologischer und hormoneller Ebene).
  • Vorgestellt wird das Erklärungsmodell der Achtsamkeitsfokussierten Stressregulation©. Dieses Modell entstand und entwickelt sich ständig weiter durch die praktische Arbeit mit den KlientInnen und die wissenschaftliche Forschung. Es geht um die Identifizierung und das Verständnis von Inneren Anteilen, die belastende Gefühle, Körperempfindungen und Glaubenssätze hervorrufen und einschränkend auf die volle Entwicklung der Lebensenergie wirken.

Modul 3 – Entwicklungsthemen verstehen lernen

In diesem Modul lernen wir, welche Defizite in bestimmten Entwicklungsstadien zu welchen Folgen führen können. Es geht um die Entwicklung eines tiefgreifenden Verständnisses und Mitgefühls für innere Anteile sowie um Übertragungs-und Gegenübertragungsphänomene in der therapeutischen/ beratenden Arbeit.

Die Entwicklungsthemen und das Entstehen von destruktiven Glaubensätzen werden für folgende Thematiken erforscht:

1. Sicherheit
2. Versorgung/Abhängigkeit
3. Autonomie
4. Authentizität
5. Selbstwert

Modul 4 – Werkzeuge, Kontaktaussagen, Sonden

Aufbauend auf Modul 3 werden hier „Werkzeuge“ vermittelt, die in der Arbeit mit belasteten Menschen hilfreich sind. Die Resilienz wird gestärkt und neue Ressourcen etabliert. Eine vorhandene Stagnation kann dadurch in Bewegung gebracht werden. Durch die Arbeit über die Körperempfindungen werden Ressourcen verstärkt oder Stress aufgelöst.

  • Einführung von Ressourcen
  • Stärkung des Erwachsenen-Ich
  • Kontaktaussagen
  • Sonden

Modul 5 – Die Achtsamkeitsfokussierte Stressregulation – Spot© Basis 1

Auf der Grundlage des bisher Erlernten wird in diesem Modul eine spezielle Fokussierungstechnik eingeführt, die eine behutsame und rasche Lösung oder Erleichterung von Problemen und Symptomen ermöglicht. Es wird mit aktuellen Themen, körperlichen Beschwerden, immer wiederkehrende Ängsten, Schocktrauma Typ 1 (Unfälle, Operationen, Fehlgeburt, Überfälle etc.) und unerklärlichen Symptomen gearbeitet und die Technik in Übungen vertieft.

  • Abklärung: Wann überweise ich weiter und zu wem?
  • Chancen und Grenzen der Technik
  • Wie finde ich einen Ressourcenpunkt
  • Wie einen Aktivierungspunkt?
  • Die Skalierung
  • Wann arbeite ich mit welchem Punkt?
  • Demos und Übungen vertiefen das Erlernte

Modul 6 – Die Achtsamkeitsfokussierte Stressregulation – Spot© Basis 2

Der Schwerpunkt dieses Moduls liegt auf Bindungs- und Entwicklungstraumata/-stress und die Identifizierung Innerer Anteile, die belastende Gefühle, Körperempfindungen und Glaubenssätze hervorrufen und einschränkend auf die volle Entwicklung der Lebensenergie wirken (Schock, Bindungs- und Entwicklungsstörungen), sein. In einem achtsam gehaltenen Raum können die Klienten und Klientinnen ein tiefgreifendes Verständnis und Mitgefühl gegenüber ihrer eigenen Geschichte entwickeln, destruktive Wertungen beenden und belastende Lebensereignisse „umschreiben“.

Dieser Prozess geschieht von selbst, nur in dem Tempo, wie es für den Klienten/die Klientin angemessen ist und wie es der Körper zulässt. Wir als Therapeut/Therapeutin/Berater/Beraterin begleiten den Prozess mit den bisher verinnerlichten Erfahrungen und dem Wissen, indem wir den Raum halten und dem Körper die Möglichkeit geben, seinen Weg der Heilung zu finden.

Aufbauend auf die vorangegangenen Module wird die

  • Stabilisierung des Erwachsenen-Ich
  • Ressourcenetablierung
  • und „innere Kind Arbeit“

mittels der Fokussierungstechniken vertieft.

Achtsamkeitsfokussierte Übungen und Meditation vertiefen die Etablierung der mitfühlenden und haltgebenden Haltung.

Demonstrationen und Partnerübungen dienen der Entwicklung eines größeren Verständnisses auf der Spürebene und sollen die Technik erfolgreich in die Praxis umsetzen lassen.

Supervision verpflichtend:
20 Einheiten (á 45 Min.) Gruppensupervision (5 Einheiten/Termin)

Selbsterfahrung (optional):
Um die Technik gut verinnerlichen zu können, wird empfohlen, eigene Themen zu bearbeiten und die Wirkung zu erleben.

Die Gruppensupervisionstermine finden zwischen den einzelnen Modulen statt und dienen der Vertiefung des Gelernten und zur Klärung von Fragen.

Zukünftige Termine für die Ausbildung werden bekannt gegeben!

Fragen bitte unter: sg@ifare.at

Kosten:

€ 450,- (inkl. MWSt.) pro Seminar
Supervisions- und Selbsterfahrungsstunden sind nicht im Preis inbegriffen.
Gruppensupervision á 5 Einheiten: € 100,- (zuzügl. 20% MWSt.)

Anmeldeformular für Achtsamkeitsfokussierte Stressregulation ©

Zukünftige Termine für die Ausbildung werden bekannt gegeben!

Fragen bitte unter: sg@ifare.at

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